Das Bozner Bier ABC

Bier ist älter als die Schrift. Es war beim Bau der Pyramiden dabei, hat mittelalterliche Pilgerreisen verkürzt und ganze Länder erobert. Von A bis Z mit viel Geschmack.

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A wie Ale

Obergärig, englisch, fruchtig. Die Hefe arbeitet oben, der Geschmack geht in die Tiefe.

A wie Anstoßen

Die wichtigste Technik für jeden Bier-Aficionado. Blickkontakt nicht vergessen, sonst bringt’s Unglück. Sagt man. Und wenn Weißbier im Glas ist: Immer nur die Glasunterseite sanft gegeneinanderstoßen.

B wie Brauerstern

Sechs Zacken, zwei Dreiecke. Das eine steht für Feuer, Wasser, Luft – das andere für Malz, Hopfen, Wasser. Das Zunftzeichen der Brauer und das zentrale Motiv unseres Logos.

B wie Braukunst

Bier ist Handwerk, Erfahrung und ein bisschen Bauchgefühl. Wer braut, trifft Entscheidungen. Jeden Tag. Und genau das schmecken Sie in jedem Glas Bozner Bier.

C wie Craftbeer

Handwerklich gebraut, oft in kleinen Mengen. Die Antwort auf industrielle Gleichförmigkeit.

C wie Charakter

Ein Bier ohne Charakter ist wie ein Gespräch ohne Inhalt.

D wie Darren

So nennt man das Trocknen des Malzes. Je länger und heißer, desto dunkler das Bier.

D wie Durst

Der ehrlichste Grund, Bier zu trinken. Wussten Sie, dass Bier ein isotonisches Getränk ist, dessen Mineralstoffgehalt nahe an dem unseres Körpers liegt?

E wie Ester

Das sind aromatische Verbindungen, die während der Gärung entstehen. Sie sind verantwortlich für Noten von Banane, Apfel und Birne im Weizen.

E wie Enzyme

Beim Brauen übernehmen Enzyme die eigentliche Arbeit. Sie wandeln Stärke aus dem Malz in vergärbaren Zucker um. Unsichtbar, unspektakulär und absolut entscheidend dafür, ob am Ende Bier im Glas ist oder nur gute Absichten.

F wie Fass

Das klassische Lagergefäß. Augustiner zapft auf der Wiesn noch aus 200-Liter-Holzfässern, den sogenannten Hirschen. Ja, eher unhandlich.

F wie frisch gezapft

Der perfekte Moment zwischen Fass und Glas. Wenn der Schaum sitzt, das Bier glänzt und man weiß: Jetzt nur nichts überstürzen.

G wie Gärung

Hefe verwandelt Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Der Moment, in dem aus Würze Bier wird.

G wie goldgelb

Oder kupfern. Oder tiefdunkel. Bier hat mehr Farbnuancen als so mancher Sonnenuntergang, einfach wunderschön.

H wie Hopfen

Der Rebell unter den Zutaten. Bitter, aromatisch, manchmal kantig. Hopfen sorgt dafür, dass Bier nicht gefällig, sondern spannend bleibt.

H wie Hefestamm

Hefe ist Mitautor des Biers. Der gewählte Hefestamm entscheidet, ob ein Bier fruchtig, würzig oder ganz zurückhaltend wird. Zwei Biere mit identischen Zutaten können völlig unterschiedlich schmecken, nur wegen der Hefe.

I wie IPA

India Pale Ale. Stark gehopft, damit es im 19. Jahrhundert die Schiffsreise nach Indien überstand.

I wie Idee

Jedes Bier beginnt mit einer Idee. Manchmal groß, manchmal ganz simpel. „Was wäre, wenn wir das mal versuchen“ ist der schönste Satz im Braukeller. Gleich nach „Prost“.

J wie Jungbier

Das Bier nach der Hauptgärung, vor der Reifung. Frisch, ungestüm, noch unfertig.

J wie Jus braxandi

Das ist der lateinische Begriff für das Braurecht. Im Jahr 1040 erhielt das Kloster Weihenstephan dieses Recht von der Stadt Freising – der Startschuss für die älteste noch bestehende Brauerei der Welt.

K wie Kölsch

Obergärig, hell, herb. Darf laut Kölsch-Konvention von 1986 ausschließlich in Köln und direkter Umgebung gebraut werden.

K wie Krone

Der Schaum oben drauf. Sieht fluffig aus und macht einen riesigen Unterschied. Eine gute Krone zeigt: Dieses Bier wurde kunstvoll eingeschenkt.

L wie Läutern

Das Trennen von Würze und Treber. Die festen Rückstände gehen als Viehfutter in die Landwirtschaft.

L wie Lager

Unaufgeregt, klar, verlässlich. Lagerbiere wollen nicht beeindrucken, sie wollen einfach nur schmecken. Tun sie.

M wie Maß

Ein Liter Bier. Funfact: Eine volle Maß wiegt etwa 2,3 Kilogramm.

M wie Malz

Sorgt für Tiefe, Wärme und Substanz. Ohne Malz wäre Bier dünn, im Geschmack und im Charakter.

N wie Nachgärung

Die zweite Gärung in Flasche oder Fass. Sie verfeinert das Aroma und sorgt für natürliche Kohlensäure.

N wie Nachhall

Der Moment nach dem Schluck. Wenn man kurz innehält und merkt: Da passiert noch was im Gaumen.

O wie obergärig

Die Hefe steigt nach oben. Typisch für Weizen, Ale und Kölsch. Gärung bei 15 bis 25 Grad.

O wie „O’zapft is“

Mit diesen berühmten Worten erfolgt der Anstich auf dem Oktoberfest. Zwei Schläge gelten als meisterhaft, fünf Schläge sind peinlich. Der Rekord liegt bei 17.

P wie Plato

Das ist die Maßeinheit für die berühmte Stammwürze. Ein Oktoberfestbier hat mindestens 13,5 Grad Plato.

P wie Pyramiden

Schon beim Bau der ägyptischen Pyramiden spielte Bier eine Rolle. Arbeiter erhielten täglich Bier als Teil ihrer Versorgung, weil es nahrhaft, energiereich und oft hygienischer war als Wasser. Bier war damals Grundnahrungsmittel, kein Feierabendgetränk.

Q wie Quellwasser

Die Qualität des Wassers prägt den Charakter des Biers. Alpine Quellen liefern das klarste Wasser.

Q wie Qualität

Sie zeigt sich Schluck für Schluck.

R wie Reinheitsgebot

Es gilt seit 1516: Gerste, Hopfen, Wasser. Die Hefe kam später dazu – man kannte sie damals noch gar nicht.

R wie Reifung

Nach der Gärung ist Bier noch nicht fertig. In der Reifephase beruhigt es sich, rundet sich ab und findet seinen Geschmack.

S wie Stammwürze

So nennt man den Nährstoffgehalt vor der Gärung. Je höher, desto mehr Alkohol entsteht.

S wie Sud

Ein Brautag ist nie Routine. Jeder Sud ist vertraut und trotzdem ein bisschen neu.

T wie Treber

Die festen Rückstände nach dem Läutern. Reich an Eiweiß und beliebt als Tierfutter.

T wie Tradition

Bier ist nicht altmodisch, sondern jahrhundertelang bewährt.

U wie untergärig

Die Hefe sinkt nach unten. Gärung bei 4 bis 9 Grad. Typisch für Pils, Helles und Märzen.

U wie Ur-Bier

Bier ist vor rund 6 000 Jahren in Mesopotamien entstanden. Archäologen fanden in Israel sogar Hinweise auf eine 13 000 Jahre alte Braustätte.

V wie Vollbier

Ein Bier mit 11 bis 16 Prozent Stammwürze. Die häufigste Kategorie in Deutschland.

V wie Vollbürger

Im mittelalterlichen Einbeck besaß jeder der 700 Vollbürger das Braurecht. Die hohen Tore vieler Fachwerkhäuser stammen aus dieser Zeit: Sie waren breit genug für die Braupfanne.

W wie Weizen

Ein Weizenbier braucht mindestens 50 Prozent Weizenmalz und wird obergärig gebraut. Die Hefe sorgt für fruchtige Aromen.

W wie Weihenstephan

Die älteste noch bestehende Brauerei der Welt. Urkundlich seit 1040.

X wie x-mal verkostet

Bevor ein Bier in die Flasche darf, probiert der Braumeister es vielfach. Die Zwickelprobe am Fass ist dabei Pflicht.

X wie XXL-Fass

Das größte Bierfass der Welt steht im Heidelberger Schloss. Es fasst über 220 000 Liter.

Y wie Yuengling

Die älteste noch betriebene Brauerei der USA, gegründet 1829 von einem deutschen Auswanderer.

Y wie Yippie

Dieser kleine innere Jubel beim ersten Schluck. Bei einem guten Bier beinahe unvermeidlich.

Z wie Zeit

Die wichtigste Zutat von allen. Kann man nicht kaufen. Nur abwarten.

Z wie Zwickelbier

Ungefiltert, vollmundig, würzig. Die Probe, die der Braumeister direkt vom Tank nimmt, und heute eine eigene Biersorte.

Bozner
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